DONNERSTAG, 04. JULI 2019, 18.00 UHR – MEHR ALS STRASSE: SPAZIERGANG TÖSS

Treffpunkt: Endhaltestelle des Bus Nr. 1, Töss

Der Stadtteil Töss wandelt sich. Tempo 30 wurde fast flächendeckend eingeführt. Die Zäsur der Zürcherstrasse prägt weiterhin das Stadtbild, und die Zukunft des Zentrum Töss ist ungewiss. An den Rändern des Quartiers wird grossmassstäblich geplant und gebaut  — Rieter-Areal, Überwerfung Brüttener Tunnel, Gleisraum und Lokstadt. Parallel dazu findet in Töss sowie in den übrigen für Winterthur prägenden und identitätsstiftenden Quartieren schleichend ein nach innen gerichteter Verdichtungsprozess statt. Dies geschieht fernab von den grossen, kontrollierten und im Fokus stehenden Planungen. Die langfristigen Auswirkungen dieses bereits sichtbaren Wandels sind jedoch von Relevanz. Im Rahmen des bewährten Quartierspaziergangs und begleitet von verschiedenen Inputreferaten machen wir uns ein Bild zum Stand der Dinge und diskutieren über die Potentiale und Gefahren der sich abzeichnenden Entwicklungen.

BEGRÜSSUNG Riet Bezzola, Forum Architektur Winterthur

INPUTS Oliver Erb, BDE Architekten – Monika Kilga, Kilga Popp Architekten – Ivar Heule, Wild Bär Heule Architekten

STATIONEN Rieter, Eichliacker, Bahnhof Töss, Agnesstrasse, Zürcherstrasse

Anschliessend sind Sie herzlich zu einem Apéro eingeladen.

 

Jahresprogramm 2018/2019 - Winterthur: Mehr als Strasse

Die Strassenräume in Winterthur fristen ein kümmerliches Dasein und warten darauf, zum Leben erweckt zu werden. Dieses Fazit aus den Stadtwerkstätten vertiefen wir mit unserem Jahresprogramm 2018/2019.

Die Strasse ist — als grösster öffentlicher Freiraum der Stadt — Abbild unserer Gesellschaft und zugleich Hebel für städtebauliche Entwicklungen. Innere und äussere Grenzen der Stadt, Frei- und Zwischenräume, Verdichtung, Mobilität und Klima treffen sich in den Lebensadern der Stadt, den Strassenräumen. In jeder Kultur sind sie Ausdruck des Miteinander, der Lebensqualität. Wir behaupten, die Strassenräume in Winterthur haben das Potenzial, sehr viel mehr zu leisten, als lediglich Verkehr abzuwickeln. Wie kann der Strassenraum zu einem Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualitäten werden? Wie kann der Teufelskreis von Wohnraumverlust im Zentrum und Wohnraumexplosion an der Peripherie durchbrochen werden? Eine Antwort liegt auf der Hand: Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs muss abgebaut und ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Verkehrsteilnehmenden sowie der Anwohnenden angestrebt werden. Eine generelle Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer wäre eine Initialzündung. In der Folge ist Lärm massiv reduziert und erträglich.
Die strassenseitigen Fassaden werden mit Lebensräumen belegt. Zusätzliche Bäume verbessern das Stadtklima entscheidend, und die Strasse ist als Aufenthaltsraum aufgewertet. Monotone Asphaltwüsten weichen differenzierten Gestaltungen und lassen Strassen zu verbindenden Elementen und Identitäten werden.

In Veranstaltungen zu den Themen Treffpunkt, Lärm und Geschwindigkeit möchten wir Vorteile und Potenziale der Räume zwischen den Häusern entdecken und aufzeigen, dass diese «mehr als Strasse» sein können.