DONNERSTAG, 28. FEBRUAR 2019, 19.00 UHR – PODIUMSDISKUSSION STÄDTEBAU HEUTE: ZWISCHENBERICHT AUS WINTERTHUR

Die bereits heute spürbaren Kapazitätsengpässe auf Schiene und Strasse sowie die Verdichtung nach Innen führen dazu, dass Winterthur vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Der «courant normal» in der städtebaulichen Entwicklung auf der Basis der geltenden BZO scheint nicht mehr gegeben zu sein. Winterthur versucht zwar seit Jahren, diese Asymmetrie geschickt mit einer Vielzahl von Gestaltungsplänen zu lösen. Auf eine lange Sicht genügt dieses Instrument jedoch nicht. Deshalb initiierte die Stadt 2017 eine Testplanung zur räumlichen Entwicklungsperspektive und das Forum veranstaltete 2018 öffentliche Stadtwerkstätten. In enger Zusammenarbeit mit dem BSA Zürich und der Stadt Winterthur erlangen wir einen Einblick in die Mechanismen der unterschiedlichen Arbeiten und erfahren, welche Erkenntnisse die Stadt daraus ziehen wird. In der anschliessenden Diskussion soll dieses Vorgehen der städtebaulichen Weiterentwicklung diskutiert werden.

BEGRÜSSUNG Stephan Popp, BSA Zürich

INPUTREFERATE, PODIUM Markus Schaefer, Hosoya Schaefer Architects – Philipp Krass, berchtoldkrass space&options – Christoph von Ah, Forum Architektur – Peter Baki und Fritz Zollinger, Amt für Städtebau und Stadtentwicklung Winterthur

MODERATION Martin Tschanz

Anschliessend sind Sie herzlich zu einem Apéro eingeladen.

 

Jahresprogramm 2018/2019 - Winterthur: Mehr als Strasse

Die Strassenräume in Winterthur fristen ein kümmerliches Dasein und warten darauf, zum Leben erweckt zu werden. Dieses Fazit aus den Stadtwerkstätten vertiefen wir mit unserem Jahresprogramm 2018/2019.

Die Strasse ist — als grösster öffentlicher Freiraum der Stadt — Abbild unserer Gesellschaft und zugleich Hebel für städtebauliche Entwicklungen. Innere und äussere Grenzen der Stadt, Frei- und Zwischenräume, Verdichtung, Mobilität und Klima treffen sich in den Lebensadern der Stadt, den Strassenräumen. In jeder Kultur sind sie Ausdruck des Miteinander, der Lebensqualität. Wir behaupten, die Strassenräume in Winterthur haben das Potenzial, sehr viel mehr zu leisten, als lediglich Verkehr abzuwickeln. Wie kann der Strassenraum zu einem Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualitäten werden? Wie kann der Teufelskreis von Wohnraumverlust im Zentrum und Wohnraumexplosion an der Peripherie durchbrochen werden? Eine Antwort liegt auf der Hand: Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs muss abgebaut und ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Verkehrsteilnehmenden sowie der Anwohnenden angestrebt werden. Eine generelle Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer wäre eine Initialzündung. In der Folge ist Lärm massiv reduziert und erträglich.
Die strassenseitigen Fassaden werden mit Lebensräumen belegt. Zusätzliche Bäume verbessern das Stadtklima entscheidend, und die Strasse ist als Aufenthaltsraum aufgewertet. Monotone Asphaltwüsten weichen differenzierten Gestaltungen und lassen Strassen zu verbindenden Elementen und Identitäten werden.

In Veranstaltungen zu den Themen Treffpunkt, Lärm und Geschwindigkeit möchten wir Vorteile und Potenziale der Räume zwischen den Häusern entdecken und aufzeigen, dass diese «mehr als Strasse» sein können.