DONNERSTAG, 28. MÄRZ 2019, 19.15 UHR – DER STRASSENRAUM IM RÜCKSPIEGEL

Die Strassenräume in Winterthur fristen ein kümmerliches Dasein und warten darauf, zum Leben erweckt zu werden. Mit diesem Fazit aus den Stadtwerkstätten entdecken wir die Potenziale der Räume zwischen den Häusern und zeigen auf, dass diese «mehr als Strasse» sein können.

Mit der ersten Veranstaltung schauen wir auf die Entwicklung der Strassenräume in den letzten 150 Jahren zurück. Wann hat der Verkehr das Diktat und die verkehrstechnischen Normen die Gestaltung übernommen? Welche Qualitäten gingen verloren, die heute vermisst werden? Anhand der Technikum- und der Zürcherstrasse als aktuelle Brennpunkte zeigen wir die Geschichte
des Strassenraumes aus Sicht eines Historikers. In einem zweiten Teil wollen wir die Entwicklung der Stadtstrassen im Allgemeinen betrachten und ein vertieftes Augenmerk auf die konstituierenden Elemente, deren Evolution und Gestaltung legen.

BEGRÜSSUNG Sergio Marazzi, Forum Architektur Winterthur

REFERATE Dr. Andres Betschart, Verkehrshistoriker – Prof. Dr. Harald R. Stühlinger, Dozent für Architektur-, Bau und Städtebaugeschichte FHNW Muttenz, Mitherausgeber und Mitautor «Atlas zum Städtebau»

Anschliessend sind Sie herzlich zu einem Apéro eingeladen.

 

Jahresprogramm 2018/2019 - Winterthur: Mehr als Strasse

Die Strassenräume in Winterthur fristen ein kümmerliches Dasein und warten darauf, zum Leben erweckt zu werden. Dieses Fazit aus den Stadtwerkstätten vertiefen wir mit unserem Jahresprogramm 2018/2019.

Die Strasse ist — als grösster öffentlicher Freiraum der Stadt — Abbild unserer Gesellschaft und zugleich Hebel für städtebauliche Entwicklungen. Innere und äussere Grenzen der Stadt, Frei- und Zwischenräume, Verdichtung, Mobilität und Klima treffen sich in den Lebensadern der Stadt, den Strassenräumen. In jeder Kultur sind sie Ausdruck des Miteinander, der Lebensqualität. Wir behaupten, die Strassenräume in Winterthur haben das Potenzial, sehr viel mehr zu leisten, als lediglich Verkehr abzuwickeln. Wie kann der Strassenraum zu einem Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualitäten werden? Wie kann der Teufelskreis von Wohnraumverlust im Zentrum und Wohnraumexplosion an der Peripherie durchbrochen werden? Eine Antwort liegt auf der Hand: Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs muss abgebaut und ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Verkehrsteilnehmenden sowie der Anwohnenden angestrebt werden. Eine generelle Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer wäre eine Initialzündung. In der Folge ist Lärm massiv reduziert und erträglich.
Die strassenseitigen Fassaden werden mit Lebensräumen belegt. Zusätzliche Bäume verbessern das Stadtklima entscheidend, und die Strasse ist als Aufenthaltsraum aufgewertet. Monotone Asphaltwüsten weichen differenzierten Gestaltungen und lassen Strassen zu verbindenden Elementen und Identitäten werden.

In Veranstaltungen zu den Themen Treffpunkt, Lärm und Geschwindigkeit möchten wir Vorteile und Potenziale der Räume zwischen den Häusern entdecken und aufzeigen, dass diese «mehr als Strasse» sein können.