Jahresprogramm 2018/2019 - Winterthur: Mehr als Strasse

Die Strassenräume in Winterthur fristen ein kümmerliches Dasein und warten darauf, zum leben erweckt zu werden. Dieses Fazit aus den stadtwerkstätten vertiefen wir mit unserem Jahresprogramm 2018/2019.

Die Strasse ist — als grösster öffentlicher Freiraum der Stadt — Abbild unserer Gesellschaft und zugleich Hebel für städtebauliche Entwicklungen. innere und äussere Grenzen der Stadt, Frei- und Zwischenräume, Verdichtung, Mobilität und Klima treffen sich in den Lebensadern der Stadt, den Strassenräumen. In jeder Kultur sind sie Ausdruck des Miteinander, der Lebensqualität. Wir behaupten, die Strassenräume in Winterthur haben das Potenzial, sehr viel mehr zu leisten, als lediglich Verkehr abzuwickeln. Wie kann der Strassenraum zu einem Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualitäten werden? Wie kann der Teufelskreis von Wohnraumverlust im Zentrum und Wohnraumexplosion an der Peripherie durchbrochen werden? Eine Antwort liegt auf der Hand: Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs muss abgebaut und ein gleichberechtigtes nebeneinander der Verkehrsteilnehmenden sowie der Anwohnenden angestrebt werden. Eine generelle Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer wäre eine Initialzündung. In der Folge ist Lärm massiv reduziert und erträglich.
Die Strassenseitigen Fassaden werden mit Lebensräumen belegt. Zusätzliche Bäume verbessern das Stadtklima entscheidend, und die Strasse ist als Aufenthaltsraum aufgewertet. Monotone Asphaltwüsten weichen differenzierten Gestaltungen und lassen Strassen zu verbindenden Elementen und Identitäten werden.

In Veranstaltungen zu den Themen Treffpunkt, Lärm und Geschwindigkeit möchten wir Vorteile und Potenziale der Räume zwischen den Häusern entdecken und aufzeigen, dass diese «mehr als Strasse» sein können.

 

AUSSTELLUNG STADTWERKST√ĄTTEN

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Wenn Fachleute, Laien und Kunstschaffende sich um die Stadt der Zukunft kümmern

Ein gigantisches, begehbares Stadtmodell, die Arbeit von 200 Stadtwerkstätterinnen und -stättern und freundlich-freche Cartoons. Das Forum Architektur Winterthur präsentiert in einer Ausstellung die Ergebnisse eines einzigartigen Projektes: die Stadtwerkstätten.

Stell Dir vor, die Bevölkerung wächst, Winterthur wird dichter und keinen kümmert’s! Unvorstellbar, denn in Winterthur beobachtet das Forum Architektur Winterthur aufmerksam die architektonischen und stadträumlichen Verände- rungen. Vorausschauend hat das Forum 2018 darum die interdisziplinäre Veran- staltungsreihe «Stadtwerkstätten» organisiert. Dieses für die Schweiz einmalige Projekt verknüpft das fachliche Nachdenken über die Stadt der Zukunft mit künst- lerischen und partizipativen Mitteln. Und das geht so: Die Künstler Dominik Heim und Ron Temperli haben im Auftrag des Forums ein 8 x 15 Meter grosses, begehbares Stadtmodell gebaut. Dieses wilde Modell aus Verpackungsmaterial hat 200 interessierte Winterthurerinnen und Winterthurer — die sogenannten Stadtwerkstätter — angeregt, das heutige Winterthur genauer unter die Lupe zu nehmen und Vorstellungen einer lebenswerten, attraktiven Stadt in 20 Jahren zu entwickeln. An vier Samstagen wurde intensiv skizziert, geklebt, entworfen, debattiert und festgehalten: Wenn wir verdichten, müssen die Freiräume aufgewertet und die Strassen auch als Freiräume gedacht werden. Beim Verdichten ist eine kluge Vernetzung und Zusammenarbeit aller Akteure gefragt, die Eigenheiten der Quartiere sind wesentlich und das Thema Stadtklima muss präsent sein.Als kritischer Beobachter begleitete der Cartoonist Ruedi Widmer den Prozess, um das Fazit der Debatten und Erkenntnisse in bittersüsse Bilder zu packen. Widmers Cartoons, das atemberaubende Stadtmodell und die Resultate der Stadtwerkstätten sind nun in einer Ausstellung zu sehen.

Das Forum Architektur Winterthur ist überzeugt, dass die zuständigen Ämter der Stadt die Ideen aus den Stadtwerkstätten mit Interesse in die Testplanung «Räumliche Entwicklungsperspektiven Winterthur 2040» aufnehmen. Denn natürlich müssen sich in erster Linie Politik und Verwaltung um die wachsende Bevölkerung und die dichtere Stadt kümmern.

EINTRITT Der Eintritt in die Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei.

ÖFFNUNGSZEITEN Do/Fr 17–20 Uhr, Sa/So 11–16 Uhr

FÜHRUNGEN Do/Fr 17.30 und 19 Uhr, Sa/So 11.30, 13.30 und 15.30 Uhr

— DIE VERANSTALTUNGEN

MITTWOCH, 24.10.2018, 19.00 UHR — VERNISSAGE

DONNERSTAG, 15.11.2018, 19.00 UHR — GROSSER BAHNHOF IN WINTERTHUR: WAS BRINGT DIE ZUKUNFT IM GLEISKORRIDOR?

DONNERSTAG, 29.11.2018, 19.00 UHR — FINISSAGE